02.02.2017

Review: Warhammer 40,000 - Sanctus Reach




Meine Videoreihe zu Sanctus Reach: Sanctus Reach Playlist




Die Texteview:

Zunächst einmal: Sanctus Reach ist keines der Warhammer 40,000 Spiele, die man „in die Tonne treten“ kann. Das Spiel ist in Ordnung, hat aber seine Macken. Diese zeigen sich insbesondere bei der Kampagnenpräsentation und Story. Andere Aspekte, wie ein teilweise noch etwas unausgegorenes Balancing, lassen sich mit Patches leicht beheben (Wobei der erste und zweite bereits erschienene Patch neben bugfixes genau an diesem Problem gearbeitet hat).

Grundsätzlich bekommt ihr bei Sanctus Reach zwei Kampagnen, bei denen ihr abwechselnd „Story“-Missionen und zufallsgenerierte Schlachten rundenbasiert beschreitet. Leider ist die Präsentation der Kampagne sehr schlecht. Ich kann als großer 40K-Fan über vieles hinwegsehen – darüber aber nicht. Zu einem so illustren Universum wie 40K gehört einfach auch eine gute Geschichte und wenn es die schon nicht geben soll, dann zumindest der Versuch einer gewissen Inszenierung. Selbst wenn sie nur über Protagonistenbildchen stattfindet, die zwischen den Missionen miteinander sprechen, um die militärischen Operationen in einem gewissen strategischen Rahmen zu packen und kleine Geschichten, um die „Helden“ herum zu spinnen (Bei Warhammer 40,000 Armageddon klappt es doch auch!). An dieser Stelle wirkt das Spiel recht lieblos. Es wird klar, dass der Fokus auf die Mechaniken und das Gameplay gelegt wurde.

Selbiges kann sich in der Regel aber auch sehen lassen. Vor einer Schlacht entscheidet ihr euch für die Einheiten, die ihr mitnehmen wollt. Hierbei seit ihr durch ein Punktelimit limitiert. Leider variieren diese Startauswahlarmeen stark (zwischen den Missionen) und man stellt sich die Frage: Wieso konnte ich in der Mission zuvor aus einer anderen Komposition wählen? oder: Wieso habe ich keine eigenen Fahrzeuge, während die Orks welche ins Gefecht gegen mich führen? Ihr habt also, anders als bei Titeln wie Panzer Corps oder Armageddon, keine feste Stammarmee, auf die ihr immer zurückgreifen könnt. Wenn das Spiel eine Story hätte, dann wären Unterschiede in Truppenkomposition leicht zu erklären gewesen: In einer Sumpfmission nur Infanterie und Schwebefahrzeuge, in einer Stadt keine Fahrzeuge usw.

Solche Gegebenheiten auf diese Weise zwischen den Missionen zu erklären würde mir persönlich ja schon fast genügen. Die grundlos variierende Startarmee kann zu einigen Frustmomenten, während der ansonsten relativ stimmigen und schönen Schlachten, führen. Dass die Gefechte zwischen den wichtigen Missionen alle zufällig generiert sind, ist natürlich ein zweischneidiges Schwert, insbesondere in Verbindung mit der Einheitenkombination. Während die zufallsgenerierten Karten immer neue Situationen schaffen, mit denen man fertig werden muss, kann es auch passieren, dass man auf einer Karte, bei der die Schlacht sich um strategische Punkte in der Mitte dreht, die selbige ein relativ freies Feld ohne große Deckungsmöglichkeiten ist. Wenn man dann als reine Infanteriearmee auf Fahrzeuge trifft, sind Verluste unausweichlich. Dabei sollte man gerade dies vermeiden. Während unsere Wölfe auf Level 1 -außer kämpfen und mitreißend heulen- nicht viel können, erhalten sie auf Erfahrungsstufe zwei ihre erste (ebenfalls zufällig) Zusatzfähigkeit. Diese Fähigkeiten reichen von passiven Boni bis hin zu verschiedenen Granaten, die neue taktische Möglichkeiten eröffnen.

Die zuvor geschilderte Situation, mit dem unvermeidlichen Sturm über das freie Feld, kann durch den geschickten Einsatz von Nebelgranaten zumindest gemeistert werden. Man stellt sich als 40K-Fan allerdings auch manchmal die Frage, warum normale Ork Boys sich oft mühelos durch die eigenen Terminatoren schnetzeln, während alle unsere taktischen Squads ihre Kampfmesser unterm Kopfkissen auf dem Raumschiff vergessen zu haben scheinen. Das Balancing ist, wie eingangs erwähnt, noch nicht optimal.

Auch wenn die Grafik weit von AAA entfernt ist, reicht sie aus, um die Atmosphäre rüberzubringen. Besonders die Einheitenmodelle sind sehr schön anzuschauen (auch wenn ihre Animationen hier und da zu wünschen übriglassen). Der Sound ist ausreichend, der Soundtrack stimmig aber sehr kurz, sodass er sich schnell wiederholt.

In den Kampagnen spielt ihr die Space Wolves (Space Marines) – und auch nur diese. Im Multiplayer bzw. Gefechtsmodus könnt ihr euch auch als Orks ins Gefecht stürzen. Das ist gut und schlecht zugleich. Natürlich wären mehr Fraktionen besser. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass dieses Spiel einem de facto die Möglichkeit gibt die Tabletop Schlachten, ganz ohne eigene aufwendig bemalte Figuren und willige Mitspieler aus der Umgebung, zu erleben.
Wenn Slitherine und Straylight hier mit einer guten DLC/FLC Politik arbeiten, das Spiel noch ordentlich polieren und nach und nach mehr Fraktionen und damit mehr Armeen integrieren, dann könnte es ein echter Multiplayerhit werden. Sollte man sich für die Add-On-Variante der Spielerweiterung entscheiden, dann wäre ja sogar noch eine ordentliche Story-Kampagne möglich.

Ich sehe das Spiel bei einer Wertung von ca. 7,0/10. Wobei der Warhammer 40,000 Fanboy Bonus hier schon mit eingerechnet ist

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